
Portugal und Spanien liegen gemeinsam auf einem großen Landstück, das als Iberische Halbinsel bekannt ist. Diese Halbinsel umfasst etwa 583.000 Quadratkilometer und ist damit eine der größten in Europa. Sie ist im Norden durch die Pyrenäen, wo auch ein kleiner Teil Südfrankreichs an die Halbinsel grenzt, weitgehend vom Rest des Kontinents abgetrennt. Im Süden trennt die Straße von Gibraltar Iberien von Afrika – eine schmale Meerenge, die an ihrer engsten Stelle nur 14 Kilometer breit ist. Spanien nimmt den größten Teil der Halbinsel ein, etwa 85 Prozent des Landes. Portugal bedeckt den größten Teil des Rests, rund 15 Prozent. Zwei kleinere Gebiete liegen ebenfalls hier: Andorra, ein winziges Land in den Bergen, und Gibraltar, ein kleines britisches Territorium an der Südspitze. Um ein Gefühl für die Größe zu bekommen: Eine Fahrt über die gesamte Halbinsel – von Lissabon nach Barcelona – dauert etwa 11 Stunden. Lissabon nach Madrid ist kürzer, etwa 6 Stunden. Diese fünf Städte – Lissabon, Porto, Madrid, Barcelona und Sevilla – sind die wichtigsten Knotenpunkte, die die meisten Reisenden nutzen, um sich auf der Halbinsel fortzubewegen.
Die beiden Länder blicken auch unterschiedlich auf die Welt. Portugals gesamte Küste berührt nur den Atlantischen Ozean – es erreicht niemals das Mittelmeer. Spanien berührt beides: den Atlantik im Norden und Westen, das Mittelmeer im Süden und Osten. Deshalb fühlen sich Küstenstädte wie Barcelona oder Málaga anders an als Lissabon oder Porto – sie liegen an völlig unterschiedlichen Meeren. Es gibt auch einen kleinen, aber realen Unterschied in der Zeit. Portugal nutzt die gleiche Zeitzone wie das Vereinigte Königreich, während Spanien eine Zeitzone eine Stunde voraus nutzt, die es sich mit Ländern wie Deutschland und Frankreich teilt. Selbst wenn man nahe der Grenze steht, können eine Uhr in Portugal und eine Uhr in Spanien eine andere Stunde anzeigen.
Portugal und Spanien sind sich so nah und doch so unterschiedlich – und in vielerlei Hinsicht auch so ähnlich. Sie teilen sich eine Halbinsel, eine lange Geschichte und eine ähnliche Herzlichkeit im täglichen Leben. Aber tritt man über die Grenze, ändert sich die Sprache komplett: Portugiesisch und Spanisch sind zwei getrennte Sprachen, jede mit Jahrhunderten eigener Literatur und Identität. Auch das Essen ändert sich. Portugal setzt auf das Meer – Kabeljau, gegrillte Sardinen, die Puddingtorte Pastel de Nata. Spanien bringt Tapas, Paella und Jamón auf den Tisch. Nachbarn, aber niemals gleich.